Manchmal werde ich mir selbst unheimlich. Während ich vor einiger Zeit noch kaum in die Küche zu bewegen war und mein Essen vorzugsweise aus dem Imbiss oder aber allenfalls aus dem mütterlichen Kochtopf bezog, backte ich nun mein erstes eigenes Brot. Verrückt, aber wahr. Ich gebe zu: Zwar habe ich mittlerweile tatsächlich Gefallen daran gefunden, täglich ein auf zwei Stündchen in der Küche zu verbringen, doch der Sinneswandel kommt sicher nicht von ungefähr. Seit ich im Herbst angefangen habe, meinen Hintern - sportlich gesehen - wieder in Schwung zu bringen, habe ich auch meine Ernährung umgestellt. Was zunächst mit einer Diät begann, ist nunmehr zu einem Lebensstil geworden, der mich hoffentlich, wie der Name schon sagt, ein bisschen länger begleiten wird, als es der letzte Kohlsuppe-Fasten-Anfall getan hat.
| H.D.Volz / pixelio.de |
Angefangen hat es damit, dass ich auf Kohlenhydrate verzichtete - ein ziemlich weit verbreitetes Phänomen, das in vielen Diäten großen Anklang findet. Dass es das alleine aber nicht sein kann, bemerkte ich schnell und recherchierte weiter. So kam ich von einem Prinzip zum nächsten - schließlich auch zum sog. Clean Eating, das in Deutschland bislang leider kaum verbreitet ist. Ich orientierte mich (und tue das auch heute noch) an dem, was die amerikanische Autorin Tosca Reno in ihrem Buch "The Clean Eating Diet" predigt. Das ist in erster Linie der Verzicht auf raffinierte Zucker und Zuckerersatz sowie auf Lebensmittel, denen Konservierungs-, Aroma-, Farb- und andere unnatürliche Stoffe zugesetzt sind.
Beginnt man erst einmal damit, die meist ellenlange Zutatenlisten auf den Lebensmittelverpackungen näher zu betrachten, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Neben den vielen unaussprechlichen chemischen Begriffen sehe ich auch den Zucker immer wieder. Zuletzt als zweitmeister Bestandteil in einer fertigen Dose Fisch in Tomate. Erschreckend, wenn man bedenkt, dass Zucker wohl das Letzte gewesen wäre, was man einem solchen herzhaften "Gericht" bei eigener Zubereitung hinzugefügt hätte. So kommt es also, dass ich mittlerweile vieles selber mache, wie zum Beispiel mein erstes eigenes Brot oder die Fruchtriegel, die ich in Folge der Low Carb Riegel, die ich hier schonmal zeigte (Achtung, mittlerweile bin ich von dem dort gezeigte Weizen-Vollkornmehl komplett auf Dinkel umgestiegen, ein aktualisiertes Rezept folgt), nun ständig zubereite.
Nichtsdestotrotz: Meilenweit vom Hausfrauenalter entfernt kann ich nicht gerade behaupten, dass ich die Zeit im Überfluss hätte und jeden Tag stundenlang in der Küche stehe. Dafür nehme ich mir beim Einkauf mehr Zeit und achte penibel genau darauf, was im Korb landet. Das ist vornehmlich frisches Gemüse und Obst - hier achte ich darauf, dass es saisonal und regional ist. Tierische Produkte versuche ich stark zu reduzieren. Hin und wieder kaufe ich ein gutes Steak beim Metzger und auch auf meinen Joghurt am Morgen kann ich leider nicht verzichten - die Sojaalternative ist für mich geschmacklich einfach nicht vergleichbar! Nüsse sind meine Lieblingssnacks und was die Kohlenhydrate anbelangt: Da bevorzuge ich Dinkel. Dinkelnudeln, Dinkelbrot, Dinkelriegel. Der enthält nämlich die sog. komplexen Kohlenhydrate, die der Körper sehr viel langsamer in Glukose zerlegt, als die einfachen Kohlenhydrate (Achtung, hier helfen Tabellen Glyx-Tabellen, die den glykämischen Index anzeigen).
In den kommenden Wochen soll also an dieser Stelle in der Sparte Food, vor allem aber unter dem Tag "Gesund essen" von Rezepten, über hilfreiche Link-Tipps bis hin zu Buchempfehlungen allerhand folgen, das sich mit den Themen Clean Eating, Bio, Vegan und Co. beschäftigt. Als erstes wohl das besagte Brotrezept, das ich gestern in liebevoller Handarbeit umsetzte.


















